Einführung

Einführung Kraftvoll und verlässlich

Das Erzbistum Paderborn steht wirtschaftlich auf einer stabilen und leistungsfähigen Grundlage. Das zeigt der vorliegende Finanzbericht. Im Jahr 2015 stiegen die Erträge des Erzbistums um mehr als 12 Prozent. Nicht zuletzt aufgrund der guten konjunkturellen Entwicklung verfügt die Diözese damit über ausreichende Einnahmen, um ihre vielfältigen Aufgaben erfüllen zu können: Glauben zu gestalten, seine Wirkung zu fördern und zu helfen, wo Menschen in Not sind.

Alle wirtschaftlichen Ziele richten sich ausschließlich an der aktuellen und zukünftigen Erfüllung dieses Auftrags aus. Das umfassende und dichte Netzwerk der vielen mitwirkenden Menschen, Organisationen und Initiativen sowie die Kontinuität kirchlicher Arbeit sind dafür wichtige Voraussetzungen.

„Die gute finanzielle Entwicklung ist zugleich eine große Herausforderung und Verpflichtung.“

Diese kontinuierliche Arbeit schlägt sich in den um 12,3 Prozent gestiegenen Gesamtaufwendungen von über 480 Mio. Euro nieder. Alle Einnahmen dienen dazu, Leistungen zu finanzieren – als direkte Aufwendungen für das Personal und die erzbischöflichen Einrichtungen, zum Beispiel Schulen, sowie als Zuweisungen an die Kirchengemeinden und die vom Erzbistum finanzierten oder geförderten Einrichtungen, wie zum Beispiel die Caritas.

Die gute finanzielle Entwicklung ist zugleich eine große Herausforderung und Verpflichtung. Das Erzbistum ist gefordert, seine Leistungskraft aktiv einzusetzen und die Gesellschaft im Sinne seiner christlichen Werte mitzugestalten. Dabei nimmt die Kirche ihre Funktion als Sinn- und Orientierungsgeber wahr. Dies kann sie nur dank des großen Engagements der vielen Christinnen und Christen sowie der mehr als 2.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich im Erzbistum Paderborn ehrenamtlich engagieren. Neben den Personalkosten, die 37,5 Prozent des Gesamtaufwands ausmachen, sind hier insbesondere die Zuweisungen an die Kirchengemeinden und die sozialen und caritativen Einrichtungen zu nennen.

Zur langfristigen Entwicklung gehört die Umsetzung des Zukunftsbildes für das Erzbistum Paderborn, das in den vergangenen Jahren gemeinsam erarbeitet wurde. Die darin festgelegten Schwerpunkt stellen ein verlässliches Miteinander auf dem Weg des Glaubens und der Caritas sicher. Die Grundlage dafür sind die über viele Jahre entwickelte Infrastruktur der Kirchengemeinden und Sozialeinrichtungen sowie das etablierte Netz der aktiven Gläubigen, Organisationen und Institutionen. Neben den 703 Kirchengemeinden, an die jährlich rund 190 Mio. Euro fließen, zählen dazu über 1.000 Einrichtungen für Kinder, Jugend, Familien und alte Menschen. Dort wird nicht nur Hilfe geleistet, sondern auch Gemeinschaft gelebt und Glauben vermittelt.

Die Vielfalt des Erzbistums – von der Diaspora in Minden über das ländlich geprägte Warburger Land, das Sauerland bis zu den Großstädten wie Bielefeld und Dortmund – verlangt eine differenzierte pastorale Strategie. Die Nachhaltigkeit des Handelns ist entscheidend. So werden die vielfältigen Initiativen in der Flüchtlingshilfe nicht bei kurzfristigen Aktionen stehen bleiben, sondern zur langfristigen Integration der Menschen beitragen, die unsere Hilfe brauchen. Fast 600 Projekte laufen im Umfeld der Flüchtlingshilfe. 3 Mio. Euro hat das Erzbistum bislang für ihre Förderung bereitgestellt.

Es ist die Aufgabe der Finanzplanung, mit den steigenden Einnahmen die Seelsorge und die Caritas zu stärken. Deshalb dient der Überschuss des Jahres 2015 vor allem zur Unterstützung der Kirchengemeinden. Sie erhalten zusätzliche Mittel von mehr als 20 Mio. Euro. Weitere 5 Mio. Euro fließen an den Diözesan-Caritasverband; der Flüchtlingsfonds wird um weitere 2 Mio. Euro aufgestockt.

Das Erzbistum Paderborn steht für eine verlässliche Finanzplanung und Budgetierung. Die Kirchensteuer stellt als wesentliche Ertragsquelle die notwendigen finanziellen Mittel für die laufende Arbeit zur Verfügung. Das Vermögen des Erzbistums sichert die Grundlagen für diese Arbeit, stellt Gebäude bereit, fängt Ergebnisschwankungen und andere Risiken ab und sichert die langfristigen Verpflichtungen. Insbesondere bei diesen Verpflichtungen zeigt sich allerdings auch die Abhängigkeit des Erzbistums von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. So erfordert das anhaltend niedrige Zinsniveau erhebliche Aufwendungen, um sicherzustellen, dass das Erzbistum seinen Vorsorgeverpflichtungen gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nachkommen kann. Seit Jahren sind dafür Mittel in zweistelliger Millionenhöhe nötig.

Insgesamt zeigt der Finanzbericht eine Kontinuität zum Vorjahr bei gleichzeitiger Dynamik in der Umsetzung der vielfältigen Aufgaben. Wir danken den vielen Tausend ehrenamtlich engagierten Menschen, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Kirchensteuerzahlern, die all dies mit ihrer Unterstützung möglich machen.