Ausblick

Der Kirchensteuerrat hat die Entwicklung der Kirchensteuer für 2016 intensiv diskutiert. Basis der Überlegungen ist die Steuerschätzung des Bundes, die auf die Besonderheiten des Erzbistums anzupassen ist. Für das Jahr 2016 rechnet das Erzbistum Paderborn aufgrund der weiterhin guten wirtschaftlichen Lage und des hohen Beschäftigungsgrads mit einem Kirchensteueraufkommen von 394 Mio. Euro. Mittel- bis langfristig erwartet das Erzbistum allerdings deutlich niedrigere Kirchensteuereinnahmen.

Hinsichtlich der staatlichen Zuschüsse zur Refinanzierung der Schulen ist die Situation derzeit stabil. Angesichts der schwierigen Haushaltslage in Nordrhein-Westfalen sind Kürzungen aber nicht auszuschließen.

Die Kapitalerträge sind geprägt von der Entwicklung der Renten-, Aktien- und Immobilienmärkte. Vor dem Hintergrund historisch niedriger Kapitalmarktzinsen rechnet das Erzbistum Paderborn mit deutlich geringeren Kapitalerträgen. Das niedrige Kapitalmarktzinsniveau führt dazu, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Pensionsrückstellungen sowie die Pensionsrücklage nachdotiert werden müssen. Dies stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Der Gesetzgeber hat darauf reagiert und den gesetzlich vorgegebenen Rechnungszins von einem 7-jährigen auf einen 10-jährigen Betrachtungszeitraum ausgeweitet. Als Folge daraus ist zu erwarten, dass die Dotierung der Pensionsrückstellungen und Pensionsrücklagen im Jahr 2016 nur moderat ansteigen wird.

Der Haushalt des Erzbistums ist von Personalkosten geprägt – für die direkt Beschäftigten und in Form der Zuweisungen an Kirchengemeinden und Verbände. Deshalb sind hier künftig regelmäßige Budgetsteigerungen zu erwarten.

Insbesondere im Bereich der Kindertagesstätten steigen die Aufwendungen. Die Zahl der betreuten Kinder dürfte zwar zurückgehen, aber der Umfang und die Intensität der Betreuung werden wachsen. Dafür sind in den Einrichtungen die personellen und baulichen Voraussetzungen zu schaffen.

Für das Jahr 2016 erwartet das Erzbistum Paderborn einen leicht positiven Jahresüberschuss. Da weitere Zuführungen zu den Pensionsrücklagen zu erwarten sind, rechnet das Erzbistum mit einem negativen Bilanzergebnis von etwa 25,5 Mio. Euro, das aus Rücklagen auszugleichen ist.

In den kommenden Jahren wird das im Erzbistum entwickelte Zukunftsbild umgesetzt. Dies wird sich auch auf die Finanzplanung auswirken. Die Entwicklung hat bereits begonnen, für einige Projekte wurden Budgets bereitgestellt. Hinzu kommen der Rückbau nicht mehr benötigter Gebäudekapazitäten sowie die Investition in Schwerpunktmaßnahmen und erforderliches Personal. Dazu hat auch im Erzbischöflichen Generalvikariat ein Organisationsentwicklungsprozess begonnen.