Erläuterungen zur Ergebnisrechnung

Die Ergebnisrechnung (Gewinn-und-Verlust-Rechnung) des Erzbistums Paderborn stellt Erträge und Aufwendungen des Wirtschaftsjahres einander gegenüber. Aus dem Jahresergebnis werden notwendige Rücklagen dotiert. Der verbleibende Betrag bildet das Bilanzergebnis.

Erträge

Im Jahr 2015 bildete die Kirchensteuer mehr als drei Viertel der Erträge des Erzbistums. Aufgrund der stabilen Konjunktur und der hohen Beschäftigungsquote stieg sie um 5,3 Prozent auf 395,9 Mio. Euro. Darin enthalten sind auch die Erträge aus Clearing-Abschlagszahlungen. An die Finanzbehörden abgeführte Erhebungsgebühren in Höhe von 3 Prozent des Kirchensteueraufkommens werden als sonstige Aufwendungen verbucht.

Neben der Konjunktur hat vor allem die Entwicklung der Mitgliederzahl Auswirkungen auf die Höhe der Kirchensteuererträge. Derzeit überdecken die konjunkturbedingten Einnahmensteigerungen die Effekte aus der weiter sinkenden Mitgliederzahl. Zwar ist die Zahl der Kirchenaustritte um 25 Prozent zurückgegangen. Ebenso hoch ist allerdings der demografisch bedingte Rückgang der Mitgliederzahl: Rund 17.000 Todesfällen standen im Jahr 2015 gut 10.000 Taufen gegenüber.

Die zweitgrößte Ertragsquelle sind Zuweisungen und Zuschüsse der öffentlichen Hand. Diese setzen sich überwiegend zusammen aus dem Zuschuss für den Betrieb der vom Erzbistum betriebenen Schulen, Weiterbildungsmitteln für die katholische Erwachsenen- und Familienbildung sowie sonstigen Zuschüssen, zum Beispiel für die Ehe-, Familien- und Lebensberatung.

Die Zuweisungen und Zuschüsse stiegen aufgrund der jährlichen Anpassungen im Schulbereich, der Weiterbildungsmittel und der Erhöhung der sonstigen Zuschüsse um 8,4 Prozent auf 56,9 Mio. Euro. Bei den Schulen trägt das Land 85 Prozent der anrechnungsfähigen laufenden Aufwendungen. Für die mietfreie Stellung der Gebäude sowie der Schulausstattung werden zusätzlich weitere 9 Prozent übernommen. Tatsächlich trägt das Erzbistum unter Berücksichtigung der laufenden Instandhaltungskosten insgesamt rund 21,5 Mio. Euro jährlich.

In den Zuweisungen und Zuschüssen sind Staatsdotationen und ähnliche Zuschüsse in Höhe von rund 4,6 Mio. Euro enthalten.

Entwicklung der Mitgliederzahl

2015 2014
Kirchenmitglieder zum 1. Januar
1.564.994 1.581.343
Taufen
10.136 9.956
Sterbefälle
-17.030 -16.484
Austritte
-7.838 -10.471
Sonstige Veränderungen*
-1.032 650
Kirchenmitglieder zum 31. Dezember
1.549.230 1.564.994

* Eintritte, Wiederaufnahmen, Zuzüge bzw. Abwanderung

Die sonstigen Erträge beliefen sich im Jahr 2015 auf insgesamt 61,7 Mio. Euro. Der starke Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert von 29,5 Mio. Euro hat mehrere Ursachen. Zum einen stiegen die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (insbesondere Pensionsrückstellung und Clearing-Rückstellung) von 8,4 Mio. Euro auf 17,9 Mio. Euro. Hinzu kam die Einbuchung der Forderung gegenüber der KZVK für den Teil der Rückzahlung des Sanierungsgeldes, der aufgrund der bestehenden Rechtslage bereits 2015 erfolgswirksam zu vereinnahmen war, in Höhe von 2,5 Mio. Euro. Maßgeblich waren auch Erträge aus fälligen Wertpapieren (5,5 Mio. Euro), die unter dem Nominalwert erworben wurden.

Weitere Erträge stammen aus Mieteinnahmen (5,6 Mio. Euro) und Erstattungen von Personalkosten (3,8 Mio. Euro). Hinzu kommen Rückforderungen von Zuschüssen sowie Kurs- und Beherbergungsentgelte der Tagungshäuser. Aus Spenden und Kollekten wurden rund 1,2 Mio. Euro erlöst.

 

Aufwendungen

Zuweisungen und Zuschüsse an Kirchengemeinden, Kindertagesstätten und die Caritas sind mit 46,5 Prozent der Aufwendungen die größte Aufwandsposition in der Ergebnisrechnung. So erhalten die Kirchengemeinden und Gemeindeverbände Schlüsselzuweisungen zur Deckung ihrer Aufwendungen. Darüber hinaus gibt das Erzbistum Investitionszuschüsse für Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen. Gleiches gilt für die rund 500 Kindertagesstätten.

Mit den Zuschüssen an den Caritasverband stellt das Erzbistum Mittel für die übernommenen caritativen Aufgaben zur Verfügung.

Im Jahr 2015 sind die Aufwendungen aus Zuweisungen und Zuschüssen gegenüber dem Vorjahr um 16,8 Prozent gestiegen. So stiegen die Zuweisungen an die Kindertagesstätten von 15,1 Mio. Euro auf 32,1 Mio. Euro. Neben den laufenden Zuschüssen von 15,8 Mio. Euro und den Investitionszuschüssen von 1,1 Mio. Euro erfolgten eine Nachzahlung von 8,1 Mio. Euro für Vorjahre und eine Rückstellung für Spitzabrechnungen von rund 7 Mio. Euro.

Auch die Aufwendungen für Mission und Entwicklungshilfe stiegen deutlich von 4,3 Mio. Euro auf 8,6 Mio. Euro, unter anderem aufgrund des zusätzlichen Engagements des Erzbistums in der Flüchtlingshilfe.

In den Zuwendungen für die sonstigen Aufgabenbereiche sind 5,9 Mio. Euro aus dem Anteil des Erzbistums an der neu gegründeten Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ enthalten.

Die zweitgrößte Aufwandsposition sind die Personalkosten. Löhne und Gehälter summieren sich auf 110,1 Mio. Euro. Hinzu kommen 70,1 Mio. Euro für Sozialabgaben und Aufwendungen für die Altersversorgung. Letztere stiegen im Jahr 2015 durch die Anpassung der Pensionsrückstellungen um 35,5 Prozent, während die direkten Personalkosten lediglich um 2,8 Prozent stiegen.

Zum Jahresende 2015 beschäftigte das Erzbistum Paderborn 2.909 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Rund ein Viertel davon sind Lehrerinnen und Lehrer, etwa 40 Prozent sind Priester, Diakone und sonstige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im pastoralen Dienst. Ein Drittel entfällt auf das Personal der verschiedenen Einrichtungen und der Verwaltung.

Aufwendungen aus Zuweisungen und Zuschüssen 2015 2014

Tsd. Euro Tsd. Euro
Kirchengemeinden und Gemeindeverbände
101.367,5 104.728,4
Kindertagesstätten
32.098,8 15.055,6
Diözesan-Caritasverband
20.262,3 19.339,2
Mission, Weltkirche sowie Entwicklungs- und Katastrophenhilfe
8.578,7 4.328,5
Kategoriale Seelsorge
8.328,9 7.451,0
Sonstige kirchliche Einrichtungen
16.186,1 9.836,4
Nicht bistumseigene kirchliche Schulen
1.817,6 1.770,8
Sonstige Aufgabenbereiche
25.478,6 20.878,8
SUMME
214.118,4 183.388,7

Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen beliefen sich im Jahr 2015 auf rund 8,6 Mio. Euro.

Die Sonstigen Aufwendungen lagen 2015 mit 57,9 Mio. Euro nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Größte Position sind mit knapp 11,1 Mio. Euro die Hebegebühren der Finanzverwaltung für den Einzug der Kirchensteuer (3 Prozent der Kirchensteuererträge). Weitere Aufwandspositionen sind Instandhaltungsmaßnahmen mit 6,8 Mio. Euro sowie IT-Kosten, Mieten, Leasingraten und Gebühren, Versicherungsbeiträge, Kosten für Energie- und Wasserverbrauch, Reinigungskosten sowie eine Vielzahl weiterer Kostenpositionen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

31.12.2015
in den Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn 759
     davon Lehrerinnen und Lehrer in einem beamtenähnlichen Dienstverhältnis 581
     davon Lehrerinnen und Lehrer in einem Angestelltenverhältnis 130
     davon Sonstige (z. B. Hausmeister, Schulsekretärinnen, Raumpflegerinnen etc.) 48


im Bereich Laien des Erzbistums Paderborn
979


im Pastoralen Dienst des Erzbistums Paderborn
1.171
     davon Priester
683
     davon Diakone im Haupt- und mit Zivilberuf
180
     davon Laien im pastoralen Dienst
308
GESAMT
2.909
Finanzergebnis

Das Finanzergebnis umfasst auf der Ertragsseite die Ergebnisabführung der Beteiligungen. Nur die Siedlungsgesellschaft „Am Bilderstöckchen“ GmbH schüttet ein Ergebnis aus.

Aus den vom Erzbistum selbst verwalteten Anlagen in festverzinsliche Wertpapiere höchster Bonität und den extern verwalteten Immobilienfonds wurden Erträge von 54,4 Mio. Euro ausgeschüttet. Dies entspricht einer durchschnittlichen Buchwertrendite von 1,6 Prozent. Berücksichtigt man zusätzlich die nicht ausgeschütteten Erträge aus den extern verwalteten Teilen des Wertpapiervermögens, so ergibt sich eine Gesamtrendite von 3,5 Prozent.

Das Finanzergebnis wird geschmälert durch die gesetzlich vorgesehene Aufzinsung von Rückstellungen und Darlehen in Höhe von 18,5 Mio. Euro.

Die in Zeiten niedriger Kapitalmarktzinsen ausgewiesene Gesamtrendite per Ende 2015 speist sich unter anderem aus lang laufenden Wertpapieren bester Bonität, die vor längerer Zeit gekauft worden sind und noch hohe Kupons beinhalten. Würde man den heutigen Rentendirektbestand komplett ankaufen, müsste man sich mit einer Endfälligkeitsrendite von 0,37 Prozent zufriedengeben. Die Endfälligkeitsrendite des gesamten Finanzanlagevermögens liegt bei 1,37 Prozent.

Jahresüberschuss und Ergebnisverwendung

Aus dem operativen Ergebnis von 53,6 Mio. Euro und dem Finanzergebnis ergibt sich ein Jahresüberschuss von insgesamt 90,8 Mio. Euro. Daraus wurden zunächst die Rücklagen dotiert. Hierzu gehört insbesondere die Zuführung von 62,7 Mio. Euro zu den Pensionsrücklagen, die aufgrund der Anpassung des zugrunde liegenden Rechnungszinses notwendig wurde. Außerdem wurden 26,8 Mio. Euro in die Bau- und Sonderrücklagen eingestellt. Dies resultiert insbesondere aus der Ergebnisverwendung des Vorjahres (20 Mio. Euro Kita-Sonderfonds, 3,5 Mio. Euro Caritas-Notfallfonds) sowie der Dotierung des Flüchtlingsfonds mit 2,9 Mio. Euro. Unter Berücksichtigung des Ergebnisvortrags aus dem Jahr 2014 ergibt sich ein Bilanzgewinn in Höhe von 44,2 Mio. Euro.

Der Kirchensteuerrat hat in seiner Sitzung im August 2016 über die Ergebnisverwendung beschlossen. Demnach werden aus dem Bilanzgewinn 20,8 Mio. Euro an die Kirchengemeinden als Sonderzuweisungen zusätzlich zu den laufenden Zuweisungen ausgeschüttet. 5 Mio. Euro fließen an den Diözesan-Caritasverband.

20,8 Mio. Euro fließen an die Kirchengemeinden zusätzlich zu den laufenden Zuweisungen.

Der Flüchtlingsfonds wird um 2 Mio. Euro aufgestockt. Außerdem fließen 2 Mio. Euro als Unterstützungsleistungen an Pflegeheime und in die Jugendarbeit. Für Zuschüsse zum Bau des Jugendhauses Maria Königin werden 2,5 Mio. Euro zurückgestellt. 5 Mio. Euro dienen zum Aufbau eines Planungs- und Liquiditätspuffers für das Metropolitankapitel, 1 Mio. Euro wird für Maßnahmen zur Umsetzung des Zukunftsbildes des Erzbistums bereitgestellt.